U14-Basketballer des TKH erfüllen sich ihren Traum!

In zwei Wochen geht es zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft in Frankfurt

HAA-NOO-VEER!“ schallte es in Düsseldorf aus den Kehlen der Eltern und Spieler durch die Halle, als der Hallensprecher wiederholt den Gastgeber Giants und den TSC Friedenau als Teilnehmer an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft nannte. Da war dem TKH-Team um Coach Johannes Birkenhagen aber bereits klar: WIR fahren nach Frankfurt. Jugendleiter Torsten Grewe und Trainerbruder Robert Birkenhagen hatten in der Heimat gerechnet: Vor dem abschließenden Spiel gab es keine Konstellation, die den TKH noch gefährden konnte.

Im Modus „Jeder gegen Jeden“ ging es an zwei Tagen um die Qualifikation in der Gruppe Nord. Vertreten waren die Meister und Vizemeister aus den vorheriger Turnieren, der TSC Friedenau (Meister Nord), die Giants Düsseldorf (Meister West), die Baskets Paderborn (Vize West) und eben der TK Hannover (Vize Nord).

Um 08:31 Uhr am Hauptbahnhof Hannover startete das Unternehmen „Deutsche Meisterschaft“ in einem ICE nach Düsseldorf.

Spiel 1: Giants Düsseldorf – TKH (50:44)

Am Samstagnachmittag fand das erste Spiel statt. In Sichtweite zum Stadion, in dem 96 die Saison bei Fortuna beendete, starteten die Jungs vom TKH gegen den Westmeister. Und der war stark! Nach anfänglicher Führung (11:9 nach dem ersten Viertel) und ebenfalls einer knappen Halbzeitführung (24:21) verbuchten die Gastgeber das dritte Viertel mit 14:6 für sich. Am Ende siegte Düsseldorf mit 50:44. Aber die Jungs vom Turn-Klubb hatten dagegengehalten und daraus Mut geschöpft. Nur sechs Punkte Differenz gegen den Favoriten.

Übernachtung

Im Bed & Breakfast-Hotel Neuss füllten die Spieler ihre Akkus auf, bevor es am nächsten Morgen mit den Eltern-Shuttles zurück zur Halle ging. Sprungball um 09.00 Uhr. Das hieß Warm-Up ab 08:15 Uhr.

Spiel 2: TSC Friedenau – TKH (49:61)

Die Friedenauer hatten die Hannoveraner im Finale um die Nordmeisterschaft in Berlin geschlagen. Aber die TKHler wussten, dass das nichts heißen muss. Hatten sie doch auch den Niedersachsenmeister Quakenbrück in Berlin besiegt. Und so kam es. Die Topscorer aus Berlin früh gestoppt, selber immer am Drücker. Friedenau bekam weder im Angriff noch in der Verteidigung Zugriff auf das Team aus Niedersachsen. So entstand nach und nach ein Vorsprung, der bis auf über zehn Punkte anwuchs.

Die Berliner um den Ex-Hannover Manu Mpacko kamen nicht wie gewohnt zu ihren Punkten. Mit zunehmender Spieldauer mussten die Berliner einsehen, dass es an diesem Morgen einen Sieg für Hannover geben würde. Dass der mit 61:49 auch recht deutlich ausfiel, sollte für den weiteren Verlauf noch wichtig werden.

Mittagessen

Coach Birkenhagen legt Wert auf eine gute Vorbereitung. Dazu gehört auch die Nahrungsaufnahme. Also waren Kohlehydrate gefragt. Um 11.30 Uhr ein Problem selbst in Düsseldorf. Die Eltern fanden eine Lösung: Abholung von zwölf Portionen Nudeln mit Tomatensauce bei einer Trattoria in der Nähe. Und ein schattiges Plätzchen außerhalb der Halle hatten die Spieler auch schon gefunden.

Jetzt ging es um alles oder nichts. Denn vor den letzten beiden Spielen war noch nicht entschieden, welches Team auf welchem Platz landen würde.

Spiel 3. Paderborn Baskets – TKH (67:71 nach Verlängerung)

Paderborn hatte nur eine kurze Pause zwischen dem vorherigen Spiel gegen Düsseldorf. War das ein Vorteil für den TKH? Schien zuerst so: 10:0 nach vier Minuten! Das erste Viertel ging mit 15:6 an Hannover, Paderborn hatte erst einen Feldkorb erzielt. Aber die Baskets waren noch lange nicht geschlagen. Im Verlauf des zweiten Viertels holten sie Punkt um Punkt auf und verkürzten bis zur Halbzeit auf 35:30. In einem Klassespiel ging es hin und her. Schnelles Angriffsspiel der Paderborner gegen Distanzwürfe des TKH. Harte Verteidigung auf beiden Seiten. Der TKH führte ständig, aber nie mit mehr als fünf Punkten. Nach dem dritten Viertel hieß es immer noch 48:44. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit glich Paderborn dann aber doch zum 61:61 aus: Verlängerung.

Und das war dann der Moment der Entscheidung. Noch einmal fünf Minuten, um das zu ermöglichen, von dem die Jungs die ganze Saison nicht zu träumen gewagt hatten.

Ein 6:0-Lauf brachte die Hannoveraner mit 67:61 in Führung. Paderborn konterte. Der TKH stand mehrmals an der Freiwurflinie, verfehlte aber jeweils einen der beiden Würfe. Fünf Punkte Vorsprung (70:65) in der letzten Minute der Verlängerung. Reicht das dieses Mal? Die Uhr tickt runter, Paderborn verkürzt nur noch auf 71:67. Das war´s: Gewonnen! Und dann begann das Rechnen. Die ersten Whatsapp-Nachrichten aus der Heimat erreichten die Halle. Dort führten auch alle Rechenbeispiele zum selben Ergebnis: Geschafft! Keiner kann den TKH mehr von Platz Zwei verdrängen. Jubeltraube, Schlachtgesänge, Fotos.

Coach Birkenhagen war stolz auf sein Team. In den Kabinengängen verarbeitete er das soeben Erreichte. Und im Spaß sagte er. „Ich bin der Jürgen Klopp des Basketballs: Immer „nur“ Zweiter!“

Kann so weitergehen, lieber Johannes…

Zum Abschluss mussten noch die Kinder und die Fans auf die Fahrzeuge verteilt werden.

Und dann folgte eine sehr leise Rückfahrt. Denn keiner konnte mehr. Auch mal ganz schön nach zwei ohrenbetäubenden Tagen in der Sporthalle.

Für den Turn-Klubb spielten:

Jesper Bartens, Christopher Behrens, Fabian Giessmann, Tristan Kuska, Hannes Lohmüller, Manuel Mannes, Dariush Memari Fard, Yann Mayer, Noah Michalek, Tebbe Möller, Adam Tuzhaev, Coach Johannes Birkenhagen.

Jolan Pehrisch konnte verletzungsbedingt nicht spielen. Er war als Unterstützung aber selbstverständlich Teil des Teams.

Ein großer Dank gilt allen Eltern. Die Hilfe bei der Organisation und der Durchführung der Fahrt und der Versorgung der Spieler entlastet den Trainerstab sehr und ist ein großer Beitrag zum Erfolg des Teams.

Ausblick auf die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft

Im parallelen Südturnier gewannen die Fraport Skyliners Frankfurt vor TS Jahn München, Bayern München und Weinheim. Frankfurt ist damit Ausrichter und Gegner des TKH in Frankfurt am 1. und 02. Juni.